Spielkinder unterwegs auf der NordCon 2016

Alle Jahre wieder öffnet die Nordcon (oder der Nordcon?) im Juni in Hamburg ihre Tore. Sascha und ich waren auch dieses Mal wieder mit der Kamera unterwegs, haben aber auch sehr viel gespielt. Marten hat sich außerdem bei einigen Workshops und Spielen “verlustiert”. Hier ein kleiner Eindruck, wie es uns gefallen hat.

Im Gegensatz zum letzten Jahr waren Sascha und ich diesmal mehr “Spielkinder” als “Unterwegs”, was tatsächlich eine sehr angenehme Abwechslung war. Wir konnten ausgiebig spielen und testen. Allgemein gestaltete sich die Nordcon für uns sehr gemütlich .

In diesem Jahr gab es wieder Spiele bis zum Abwinken. Pegasus und Heidelberger waren mit zahlreichen Supportern vor Ort. Sie hatten sogar ein großes Zelt ganz für sich alleine. Wer also die Regeln nicht kannte, hat einfach jemanden im richtigen Shirt angesprochen und schon wurde geholfen. Daneben gab es einen Spieleverleih mit irgendwas rund um die 400 verschiedene Spiele. Wer hier nichts finden konnte, war selbst schuld.

Gutes Wetter, mäßiger Außenbereich

Etwas enttäuscht war ich in diesem Jahr allerdings vom Außenbereich. Wie immer gab es das obligatorische Juggerfeld. Dazu gesellten sich einige mittelalterlich angehauchte Zelte, in denen ausgewählte Larp-Utensilien, Schmuck und Met käuflich erworben werden konnte, sowie eine Bühne mit teils “sphärischen Klängen”. An und für sich ganz gemütlich und das Wetter hat auch voll mitgespielt. Letztes Jahr war es aber deutlich offener aufgebaut und es war auch gefühlt viel mehr los. Die Musiker auf der Bühne waren sicherlich auch alle gut, aber mir persönlich fehlte irgendwie der Bumms dahinter, um ordentlich Stimmung zu machen. Vielleicht habe ich die entsprechenden Künstler auch einfach nur verpasst.

Wo wir gerade schon Larp erwähnt haben: Viele Leute hatten sich so richtig in Schale geworfen und waren zum Teil in recht aufwändigen Outfits unterwegs. Von Deadpool über einen Trupp Priester bis hin zur Zombiehorde war alles dabei. Ein illustrer Haufen, der für eine aufregend schöne Stimmung sorgte.

Im Innenbereich und bei den Workshops war ich in diesem Jahr jedoch überhaupt nicht unterwegs. Auch an den Pen&Paper-Spielrunden konnte ich mich leider nicht beteiligen, aber das muss ja auch nicht immer sein. Dafür hatte ich dieses Mal eben deutlich mehr Zeit, viele andere Angebote auszuprobieren.

Alles in allem mag ich die Nordcon immer noch sehr gerne. Gerade die immer stärkere Ausrichtung auf das Spielen von Brettspielen finde ich toll. Zusätzlich gibt die Nordcon auch Indie-Entwicklern von Spielen immer mehr Raum, was ich sehr zu schätzen weiß. Nächstes Jahr also wieder gerne!

Martens Senf dazu

Ab hier übernehme ich (Marten) nun den Text. Auch für mich war die Nordcon in diesem Jahr ein echtes Highlight. Ich habe nicht nur jede Menge Leute getroffen, die ich als berufstätiger Familienvater nur noch selten persönlich zu Gesicht bekomme, sondern vor allem wieder einige großartige Spielerlebnisse sammeln können, die in dieser Form fast nur auf einer Con möglich sind: Artemis mit drei Schiffen, Zombie-Nerfgun-Action und noch ein paar kleinere Sachen.

Leider war es mit den Workshops etwas schwieriger: Für den LARP für Einsteiger hätte man sich wohl mehrere Tage vorher online anmelden müssen, sonst ging da nichts mehr. Das hatten mein Kumpel und ich verpasst, also bleibt meine LARP-Erfahrung weiterhin auf Randerscheinungen wie Artemis (was ja mehr LARP als LAN-Party ist) und besagte Zombie-Nerfgun-Sache beschränkt.

Okay, also zunächst mal die Zombie-Sache: Wie in jedem Jahr wurde in der Turnhalle im 20-30-Minuten-Takt die Zombieapokalypse im Hosentaschenformat durchgespielt. Eine Gruppe von Leuten hat Nerfguns und spielt die Überlebenden, die anderen sind die Zombies und müssen sie greifen. Meist gewinnen die Zombies. Es ist auf jeden Fall sportlich fordernd und ein Riesenspaß, vor allem, wenn Nerfguns im entscheidenden Moment Ladehemmungen haben und man verzweifelt in eine Ecke gedrängt wird. Freunde von mir haben dieses Mal kräftig bei der Orga mitgeholfen. Außerdem wird die Survival-Action jedes Jahr ein Stück professioneller – man muss schon aufpassen, dass man nicht die gesamte restliche Con verpasst, während man in der Turnhalle Kurzstreckensprints einlegt und mit Darts um sich ballert.

Artemis war auch wieder großartig. Dieses Jahr hatten die Jungs von der Orga gleich DREI Räume voller Rechner aufgebaut, wodurch achtzehn Spieler drei Raumschiffe kooperativ oder gegeneinander steuern konnten. Nach einer Einführungsmission, die meine grüne Crew auch bitter nötig hatte, ging es in unserem Timeslot direkt in einen kooperativen Krieg gegen NPC-Aliens.

Wie ich es als Kapitän so mache, tigerte ich auf und ab, gestikulierte wild auf die Beamerleinwand, die unser Hauptschirm war, und versuchte, die Mannschaft zu koordinieren. Da wir als einziges der drei Schiffe einen Sprungantrieb hatten, konnten wir einige fiese Attacken durchführen: Vier von fünf feindlichen Stationen fielen unseren Atomwaffen zum Opfer. Alles in allem eine glorreiche Mission, bei der wir mit deaktivierten Schilden zwischendurch sogar ziemlich ins Schwitzen gerieten.

In Ermangelung an LARP-Möglichkeiten habe ich den Abend dann damit verbracht, mit ein paar Freunden den Prototypen meines Brettspiels zu spielen. Es ist eine Mischung aus Brett- und Rollenspiel, kommt aber dank zufallsgeneriertem Dungeon und randomisierten Monstern ohne Spielleiter aus. Wir haben die ganze Kampagne durchgespielt und am Ende gegen einen experimentellen Bossgegner gekämpft – alle Beteiligten hatten eine Menge Spaß. Das Ganze hat mir auch die Motivation gegeben, die letzten Kartenlayouts für den professionellen Druck anzugehen und meiner Zeichnerin letzte Grafiken zu briefen. Wenn das Ganze fertig ist, werden es Leser dieser Seite natürlich mit als Erste erfahren…

Die Nordcon war wie jedes Jahr ein Höhepunkt für mich. Nächstes Jahr plane ich, mal wieder auf der Ausstellerseite dabei zu sein. Dann hoffentlich mit meinem Brettspiel und jeder Menge Demorunden.

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